Stadtteilabsperrung

Vergangenen Samstag, den 1. Mai, fand in Frankfurt das Radrennen um den Henningerturm statt. Der Name täuscht! Das findet natürlich nicht rund um den Turm statt, sondern quer um und durch Frankfurt. Klar… Daher auch mein ursprünglicher Plan, am Samstag brav zu Hause zu bleiben und den fuß auf keinen Fall in die Stadt hinein zu setzen. Soweit der Plan, den ich Samstag gegen 11 Uhr änderte und beschloß, nach Leipzig zu fahren.

11:55 sass ich im Auto, 11:57 war ich an der Mainzer Landstraße und mir war klar, dass das schwierig werden würde. Vor mir wartende Autos, ein Polizist, und dahinter Radfahrer. Also umdrehen und irgendwie anders aus dem Viertel raus. Jetzt liegt Griesheim aber so, dass es auf der einen Seite vom Main begrenzt wird, auf der anderen von der Mainzer Landstraße und mittendrin von einer Bahnlinie durchzogen wird. Über den Main kommt man nicht, es sei denn, man ist Fußgänger und geht über die Schleusenbrücke, und sonst muss man über die Mainzer Landstraße. Da diese aber in ihrer gesamten Länge gesperrt war, hatten wir ein Problem!

Griesheim-Absperrung

Um die Pointe vorauszunehmen: ich bin hinausgekommen, aber legal war das nicht. Auf der Autobahn war ich letztendlich um 12:45, mit 50 Minuten Verspätung.

Ich bin also parallel zu Mainzer Landstraße die Kleyerstraße bis zur Galluswarte gefahren – zu! Zurück der Chemiefabrik am Main – da ist seit einem, was weiss ich, Dreivierteljahr eine Baustelle und somit eine Vollsperrung. Zu einem Polizisten, der mir dann die Auskunft gab, dass bis 17 Uhr nichts zu machen sei. “Aber unten am Main, hier runter, über die Bahnlinie und dann rechts, da kommen Sie raus” meinte er. Als ich ihm erklärte, dass diese Straße ebenfalls gesperrt sei, lächelte er nur dümmlich und zuckte mit den Schultern. Toll! Meine Landkarte zeigte mir, dass unten in Griesheim eine Autobahnauffahrt ist, ganz unten am Main. Dort bin ich hin und her gefahren, immer an dem Zubringer entlang – nur drauf kam man nicht. Die Autobahn ist von der Gutleutstraße her erreichbar, und sonst nicht. Eine kleine Sackgasse mit einem Wendehammer genau an der Auffahrt brachte mir dann die rettende Entdeckung: ein Radweg, parallel zur Gutleutstraße! Gegen 17 Uhr war ich dann in Leipzig.

Wie kann denn die Stadtverwaltung und/oder die Rennleitung die Strecke so legen, dass sie ein komplettes Viertel den halben Tag lang absperren? Dürfen die das? Selbst beim Hamburg-Marathon gibt es wenigstens eine(!) einzige Brücke, die aus dem Rennring herausführt. Glücklicherweise genau dort, wo meine Cousine wohnt…

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