Kriminalisierung von Tauschbörsen

So langsam muss ich doch mal etwas zu diesem Thema schreiben – heute liest man schon an so vielen Orten davon, Heise Newsticker , Schockwellenreiter , Martin Röll , Hedrik und sicherlich noch viele andere.
Offensichtlich nagt das an den Nerven so vieler Leute und treibt sie die Wände hoch, so dass es, vermute ich zumindest, bald einmal knallen wird.

Selber benutze ich zwar keine P2P-Programme und suche mir auch keine Musik oder Filme zusammen – alle meine MP3s sind von meinen eigenen CDs erstellt. Was mir aber stinkt, ist die Tatsache, dass mich die Musikindustrie daran hindert, mir meine rechtmäßig erstandene, teuer bezahlte Musik anzuhören. Ich will nun einmal auch im Auto oder in der Straßenbahn gute Musik geniessen, an Orten, an denen man eben keine Stereoanlage hat. Dank Kopierschutz kann ich das nicht tun. Zumindest nicht problemlos und nicht ohne kriminelle Energie. Ich sehe einfach kein Problem dabei, wenn ich eine gekaufte CD zu MP3s machen will, um sie auch unterwegs hören zu können, und diese MP3s auch garantiert nicht weitergeben will.

Die einfachste Lösung ist für mich, mein Geld ins Ausland zu tragen und mir nicht kopiergeschützte CDs in z.B. Großbritannien zu kaufen, bei Amazon UK oder ähnlichen Onlineshops. Tut mir leid für die darbende deutsche Wirtschaft, aber ich sehe mich dazu gezwungen.

Der Punkt mit den Tauschbörsen ist ja der, dass nicht jeder Tauschbörsenbenutzer auch geschütztes Material verbreitet oder sucht. Hier werden ungescholtene Bürger kriminalisiert und gute Software verteufelt.

Vielleicht müßten große, bekannte Open-Source-Projekte wie z.B. Sourceforge ihre mirror auf filesharing umstellen, um damit das Tauschbörsen-Konzept noch weiter zu verbreiten, populärer zu machen und damit der Musikindustrie zeigen, das hier der falsche getreten wird.

Es gab, ich weiss leider nicht mehr wo, neulich bereits einmal die Idee, dass Firmen ihre Download-Bereiche in Tauschbörsen auslagern sollten. Erstens weil man damit Kosten für Server, Diskspace und Netzwerktraffic sparen könnte, und zweitens könnte man damit auch Netzwerkengpäße ausgleichen. Das wird aber wohl nicht passieren, weil damit diesen Firmen die Grundlage genommen wäre, Statistiken über Downloadzahlen und Kunden aufzustellen.

Die Reihe ist an der Musikindustrie, den Kunden einfache, legale, interessante und auch bezahlbare Inhalte, sprich Musik-Online-Shops wie den Apple Music Store , anzubieten. Damit wird zu (von mir) geschätzten 80% die Grundlage für MP3s in Tauschbörsen einfach verschwinden.

Hier noch die letzten gesammelten Heise-Links zum Thema, frech aus deren HTML geklaut:

Update: Wiederum laut Heise Newsticker haben die Drohungen der RIAA nicht viel Eindruck hinterlassen. Erst sind die Benutzerzahlen zurückgegangen, aber recht bald waren sie schon wieder fast so rege wie zuvor.

Siehe dazu auch den heutigen User Friendly: Hmmm… .

Update: Fein! Und in Deutschland plant die Phonoindustrie jetzt ebenfalls empfindliche Geldstrafen für urheberrechtlich geschütztes Material, das sich auf über filesharing-Programme freigegeben Festplatten befindet. Ich weiss, warum ich mir CDs selber kaufe, und wenn es in England ist…


Techniker!
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