Ich habe so eine Art Hassliebe zu meiner Mailadresse. Da ich sie schon lange habe, ist sie recht einprägsam und anfällig für Verschreiber bzw. Trottel, die es nicht fertigbringen, die Mailadressen der beabsichtigten Empfänger korrekt zu schreiben. Mit der Zeit erkenne ich schon mehrere Empfänger, für die ich immer wieder Mails bekomme:

  • eine Hebamme in Neuseeland
  • eine Engänderin
  • ein Kirchengemeindevorstand in Florida
  • verschiedene Schüler und Studenten, männlich wie weiblich
  • einen Tiermedizinstudenten in Giessen
  • einen Jongleur
  • einen MMORPG-Spieler, der mit meiner Mailadresse eine Website registriert hat
  • einen Theaterregisseur, der mit meiner Adresse bei Neckermann registriert war
  • einen Zahnarzt, für den seine Patienten mir ab und zu Terminanfragen in Google Calendar eintragen
  • einen Collegelehrer
  • und noch ein paar andere mehr

Meistens bekomme ich es sogar heraus, wie die korrekte Mailadresse der Empfänger ist und leite die Falschläufer weiter. Die Versuchung, ein gebuchtes Hotelzimmer und eine Show-Reservierung für zwei Personen wieder zu stornieren, war gross, aber das habe ich natürlich nicht getan. Meistens erfreue ich mich einfach nur an der kleinen Detektivarbeit und wie relativ einfach es möglich ist, herauszufinden, wer der eigentliche Empfänger war, was er tut, arbeitet, studiert, Sport treibt und wo er wohnt. Das Internet ist alles, die gesamte Bandbreite von unheimlich bis begeisternd.