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Aber ich habe es im Fernsehen gesehen!

Am Fall des Konfliktes um Karrikaturen in dänischen Tageszeitungen, die Darstellungen des Propheten Mohammed zeigten, und der Reaktionen in islamischen Ländern fiel mir mal wieder auf, wie sehr die Berichtserstattung dazu in der Lage ist, unsere Meinung zu beeinflussen.

Man sieht Bilder von offensichtlichen Muslimen (Bärte, auch mal Tücher um den Kopf, um einige durch primäre Erkennungsmerkmale geprägte Klischees zu nennen), die auf dänischen Flaggen herumtrampeln, diese anzünden oder an Mofas angeknotet herumschleifen und Plakate halten. Und immer mal wieder fällt einem auf, dass einer der gefilmten kurz in die Kamera schaut, sich vergewissert, dass man auch gefilmt wird.

Ich würde mal behaupten, dass solche Szenen durch Kamerateams erst provoziert werden. Ich will nicht behaupten, dass Passanten aufgefordert werden, eine Demonstration zu inszenieren, aber sobald eine Kamera da ist, verhalten sich die abgefilmten ganz anders, als sie es ohne Kamera getan hätten. Und das sind dann die Bilder, die weltweit Verbreitung finden und die Meinung zu Hause über “die Moslems” bilden.

Wollen wir wetten, dass nicht alle so sind? Dass es auch dort Menschen gibt, die gegen Terrorismus sind, Moslems und trotzdem weltoffen sind, dass alles nicht unbedingt so ist, wie es uns andere weissmachen wollen?

Nicht immer alles glauben, was man im Fernsehen sieht.