RSS

falsche Adressangaben

Selten nur passierte es mir hier auf meinen Seiten, dass ich einen Kommentar nicht freigeschaltet habe. Gründe hierfür waren, mit Ausnahme von Spam, dass der Kommentar einfach nur beleidigend war oder dass der Kommentar, in einem einzigen Fall, nach über 1000 Kommentaren rein nichts, aber auch garnichts zur Diskussion beigetragen hat. Wenn es mir den Eindruck vermittelte, dass der Autor mit seinem Kommentar lediglich einen Link auf seine kommerzielle Seite setzen wollte, habe ich auch schon den Link auf diese Seite entfernt, aber den Kommentar unverändert stehengelassen. Mailadressen habe ich durchaus schon aus entfernt, sie aber durch den Hinweis ersetzt, dass dies zum Schutz gegen spam-harvester geschah und die Mailadresse erfragt werden könne. Kommentare werden, davon muss man ausgehen, vom Autor bewusst so verfasst und dürfen vom Seitenbetreiber nicht verändert werden, und daran halte ich mich, mit oben aufgezählten Ausnahmen, auch.

Heute kam ich mal wieder in die Gelegenheit, einen Autor eines Kommentares anschreiben zu wollen, jedoch scheiterte dies an der ungültigen Mailadresse, die er angegeben hatte. Dass so manche Adresse, die Kommentatoren angeben, offensichtlich ungültig ist, kann ich irgendwo verstehen. Ich will meine Adresse auch nicht überall verteilen, gebe dann aber spam-taugliche Adressen an, in manchen Ausnahmen auch derart offensichtlich nicht existierende Mailadressen, dass hieran erst gar kein Zweifel aufkommt. Dazu besteht aber üblicherweise gar kein Anlass, denn ich kommentiere mittlerweile noch nicht einmal mehr unter meinem Spitznamen “Bronski”, sondern eigentlich nur noch unter meinem vollen Namen. Ich stehe dazu, was ich schreibe, ich beleidige niemanden und kann mich benehmen. Was man heute leider nicht von jedem behaupten kann.

Und so bin ich immer wieder enttäuscht, wenn die Kontaktadressen, die Leute hinterlassen, offensichtlich falsch sind. Zahlendreher kann man manchmal erkennen, offensichtlich gefälschte Adressen sind irgendwo auch OK, siehe oben. Aber vollkommen legitim erscheinende Adressen, die sich dann doch als “defekt” herausstellen, sind irgendwie nicht im Sinne des Erfinders.

Für Blogger forderte Tim O’Reilly in seinem Blogger’s Code of Conduct:

2. We won’t say anything online that we wouldn’t say in person.
[...]
5. We do not allow anonymous comments.
We require commenters to supply a valid email address before they can post, though we allow commenters to identify themselves with an alias, rather than their real name.

Punkt 2 ist für mich das “mit seinem Namen zu dem stehen, was man sagt (und schreibt). Das tue ich selber, und fände es schön, wenn es auch andere tun würden. Einfordern tue ich es jedoch nicht — hier bin ich nicht ganz so konsequent wie z.B. Volker Weber, der Kommentare ohne real name schlichtweg löscht. Hiermit sind wir auch schon bei Punkt 5, den Namen der Kommentatoren. Ich wüsste nicht, wie ich diese nachprüfen sollte, zumal, wie im Fall des WoW-Sucht-Artikels, teilweise absichtlich keine Namen genannt werden. Ich kann auch nicht jede Mailadresse vor der Freischaltung des Kommentares auf ihre Korrektheit überprüfen. Dann würde kein Mensch mehr kommentieren.

Was man von sich selber erwartet, kann man leider nicht von jedem anderen genauso erwarten. Und im Sinne von Datenschutz und Datensammelei muss man es auch akzeptieren, dass nicht jeder seine privaten Kontaktdaten preisgeben will. Auch wenn es bedeutet, dass man diejenigen dann nicht kontaktieren kann.

Blogger-Immunität

Diese Meldung aus dem Spiegel Netzwelt-Ticker liest sich ja mal nicht schlecht:

Kalifornisches Gericht immunisiert Blogger

Gleichsam kollektiv immunisiert wurden amerikanische Blogger durch ein Urteil des Obersten Gerichts von Kalifornien. Dieses stellte fest, dass Individuen, die das Internet zur Verbreitung von Informationen einer anderen Quelle benutzen, nicht dafür haftbar gemacht werden können, wenn das Material als verleumderisch betrachtet wird.

Dieses Urteil unterstützt laut Reuters ein Gesetz, das Individuen von Schuld befreit, wenn sie eine verleumderische Nachricht lediglich weiterleiten, aber nicht deren Quelle sind, und erweitert dessen Wirksamkeit auf Internetdienste wie Provider, Blogger und Aktivisten-Websites.

(Quelle: Spiegel Online - Netzwelt-Ticker (Autor: Felix Knoke))

Nichts desto trotz sollte man immer Quellen angeben, deutlich zitieren und unmissverständlich klarstellen, dass es sich bei einer Information um etwas gefundenes handelt. Es gibt so schon genug Leute, die direkt explodieren und sofort losfeuern, wenn sie nur schon die ersten drei Zeilen eines Textes gelesen haben. Hätten sie einen Text bis zu Ende durchgelesen, wäre ihnen u.U. die wichtige Textstelle, die alle Unklarheiten beseitigt, noch aufgefallen. Naja, vielleicht… Never underestimate the predictability of stupidity - manche Leute bekommen einfach immer alles in den falschen Hals. Und darum kann man, im eigenen Interesse, eigentlich nicht anders, als immer brav Quellen zu nennen. Nicht zuletzt auch, weil man sich nicht mit fremdem Federn schmücken sollte…