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Ausnahmezustand im Rhein-Main-Gebiet

Morgen kommt der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika nach Mainz - und mit ihm das Chaos.

Autobahnen gesperrt, Schifffahrt steht still, Garagen werden versiegelt, Briefkästen abmontiert, Gullideckel verschweisst und, und, und. Wieviele Menschen wegen der Straßensperrungen nicht zur Arbeit kommen und sich stattdessen einen Tag Urlaub nehmen, das will ich lieber nicht wissen. Bei Opel fallen, sagt man, drei Schichten aus. Meine Kollegen aus der Rüsselsheimer Ecke können zumindest teilweise von zu Hause arbeiten.

Mit all diesen Behinderungen, vor allem wenn man in Mainz wohnt , kann man sich eigentlich nur noch ins Bett legen, Fernsehen schauen, und hoffen, dass nichts brennt und kein anderer Notfall passiert.

Mehr dazu, mit vielen Links, bei den Stör-Signalen.

Bin ich froh, dass ich morgen früh um 8:30 Feierabend habe und nicht raus auf die Straßen muss… Das Erlebnis brauche ich nicht!

Noch ein paar “Aufreger”, zitiert aus den Stör-Signalen:

In Mainz-Kastel werden Privatgaragen versiegelt, Briefkästen und Mülleimer entfernt. Den Anwohnern wurde verboten auf ihre Balkone zu gehen oder die Fenster zu öffnen. Ein Aufbrechen der eigenen Garage hätte strafrechtliche Konsequenzen.

Ist das schon Enteignung? Und Freiheitsberaubung?

Welche Gesetze liegen eigentlich derartigen Massnahmen zugrunde? Was passiert wenn einer der paranoiden US-Sicherheitsleute einen der Anwohner erschießt? Fällt der unter deutsche Rechtsprechung? Was passiert, wenn ein Feuer in der Hochsicherheitszone in Mainz ausbricht, oder ein Anwohner einen Krankenwagen braucht? Alle Anwohner dort müssen sich ausweisen. Auch die Feuerwehr? Oder der Notarzt?

Vor allem vor einem einem Sicherheitsbeamten, der etwas zu “triggerhappy” ist, hätte ich Angst…

Fehlt nur noch, dass Bush aufgrund der faktisch verhängten Ausgangssperre auf den Trichter kommen könnte, dass Deutschland ja nahezu unbewohnt sei und man es darum problemlos annektieren könne. Weiss man ja nie, auf was für Ideen dieser Mann kommt.

Ein Gutes hat es jedoch, dass die Mainzer in ihren Wohnungen bleiben müssen und nicht auf die Straße dürfen — niemand kann Mr. President zujubeln!

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8 Kommentare ↓

#1 Pepino schrieb am 2005-02-22 um 17:39 Uhr:

Vielleicht wird dann ja vom Band gejubelt… können diese Deppen sich nicht irgendwo auf einer Insel treffen?

#2 Markus schrieb am 2005-02-22 um 18:13 Uhr:

Oder er hat sich sein eigenes Personal zum Jubeln mitgebracht.

#3 martin schrieb am 2005-02-22 um 18:41 Uhr:

Ein Glück, ich bin im Schwabenländle und komme erst wieder, wenn der Spuk vorüber ist. :-)

#4 boeserbodo schrieb am 2005-02-22 um 18:58 Uhr:

… annektieren… ja und wir sind auch noch völlig schutzlos, haben keine Nuklearwaffen, wie Nordkorea, die ihn von dem Plan abhalten würden…

Enteignung der Briefkästen?
Ja was erwartet Ihr von einem Bonzenstaat, in dem der Aussenminister den Obernuttenschleuser macht und Terrorotto und Co. hemmungslos in euren Konten rumschnüffeln können???

#5 Ramirez schrieb am 2005-02-23 um 01:38 Uhr:

Wer will da jubeln? Das sind auch gar keine Sicherheitsvorkehrungen, alles nur Tarnung. Die haben Angst, es könnte ihn eine ganze Großstadt ausbuhen. Ich meine, ich würd mitbuhen. Aber mich lassense ja nicht nach Mainz rein…

Übrigens gute Fragen: Was passiert, wenn sich doch einer auf seinen Balkon wagt? Wird er erschossen? Oder verhaftet? Ist man für ein paar Stunden als Balkonbesitzer als potentieller Terrorist einzustufen?

Und noch eine bessere Frage: Würde eigentlich jemand trauern, wenn die alte afghanische Bergziege einen seiner Bauern schickt um den selbsternannten Weltenkönig mit einem Kopftunnel zu verzieren?

#6 Christoph Rummel schrieb am 2005-02-23 um 01:45 Uhr:

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Dreist finde ich es eben auch, dass die einem einfach die Garage versiegeln und es einem unter Strafe verbieten, sie zu öffnen. Das ist doch Enteignung, oder? Das ist schliesslich “mein” Auto in der Garage, dafür habe ich gezahlt und ich darf es benutzen, wann ich will. Gut, dass ich keine Garage in Mainz habe — ich würde die anzeigen. Und wenn ich nicht aus meiner Wohnung rausdürfte, dann noch wegen Freiheitsberaubung hinterher. Ist doch schliesllich kein Kriegsrecht und keine Ausgangssperre, oder?
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#7 Markus schrieb am 2005-02-23 um 06:11 Uhr:

Ich denk’ die werden es einfach als Ausnahmezustand deklararieren und unter diesem Vorwand auch alle möglichen Anzeigen abweisen.

Man kann ja mal bei der amerikanischen Botschaft nachfragen: Tel. (030) 8305-0.

Am amüsantesten find ich aber immernoch, dass wir vor zwei Wochen mit Prospekten von der amerikanischen Botschaft u.ä. aufgefordert worden uns auch dahingehend zu informieren und nun gibt’s ein Paradebeispiel für Negativschlagzeilen ihrerseits.

#8 Paul schrieb am 2005-02-23 um 13:25 Uhr:

Irgendwie erscheint das alles unglaublich. Scheint jedoch leider den Tatsachen zu entsprechen. Das zeigt, was alles bereits möglich - sprich rechtlich abgedeckt erscheint - ist und Schily und Konsorten drehen munter weiter an der Schraube. Ich habe immer mal wieder das Gefühl ich bin in einem ScienceFiction Roman, der Visionen einer düsteren Zukunft beschreibt und werde bald aufwachen.

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