Ampelschaltungen
Eine grüne Welle ist etwas schönes, der Verkehr fliesst wunderschön dahin, alles ist in Bewegung. Wenn man aber Pech hat, dann erwischt man eine rote Welle und steht an jeder Ampel. Im Sinn habe ich eine Strecke hier in Frankfurt, einmal quer durch die Stadt. Neulich habe ich mal bewusst mitgezählt: 18 Ampeln, und das ist nur die Hälfte der Strecke. Vor 20 Uhr sind von den 18 Ampeln sage und schreibe 16(!) rot. Man kommt aus stop and go fast nicht heraus, immer nur Kupplung, Gas, Bremse. Um 20 Uhr wird dann das Verkehrsleitsystem umgeschaltet und die Situation wird eine vollkommen andere: grüne Welle! Von den 18 Ampeln sind jetzt 16 grün und nur noch zwei rot. Ich bin fast doppelt so schnell am Ziel.
Ich frage mich nur, was das soll? Dass die durchschnittliche Anzahl der Fahrzeuge, die zu unterschiedlichen Zeiten unterwegs sind, mit in die Berechnung der Ampelphasen eingehen, ist klar. Dass die Stadtverwaltung, um dem Verkehrskollaps entgegenzuwirken, die Autofahrer dazu bringen will, öffentliche Fortbewegungsmittel zu benutzen, das ist auch klar. Das versucht man in Frankfurt anscheinend durch rote Wellen, so wie oben beschrieben. Und was erreicht man damit? Genervte Autofahrer, verstopfte Strassen, dadurch gehetzte, verspätete Autofahrer, die immer risikofreudiger werden. So fahren sie noch bei gelb in Kreuzungen, so dass dann auch der Querverkehr nicht mehr fahren kann, lassen niemanden aus Seitenstrassen rein, und irgendwann ist das Chaos perfekt. Die Autofahrer werden immer gereizter, unkonzentrierter, und irgendwann passiert garantiert der erste Unfall. Gut gemacht!
Ist das wirklich sinnvoll, Frankfurt?


Wie wahr. Und mittlerweile ist es soweit, dass wenn man selbst nicht zu den “Mutigen” gehört, getreu den Regeln bei gelb/rotem Signal wartet und nicht noch in die Kreuzung einfährt, blöd angemacht wird. Hupen ist da noch das wenigste.
Springt die Ampel wieder auf grün wird man ebenso gedrängt in die Kreuzung einzufahren, obwohl sie vielleicht noch gar nicht frei ist. Leider muss man es wohl zwangsläufig tun, denn hielte man sich an die Regel, stünde man ewig und käme nie voran. Das Ausrasten der anderen Autofahrer wäre ja zu verschmerzen. Aber man will ja auch nicht soweit provozieren, dass am Ende ein Revolver gezückt wird!
Das verrückte Ergebnis, wenn alle die Regeln ignorieren. Das kann wahrlich nicht im Sinne des Erfinders sein. Vielleicht sollte der ADAC, anstatt Stimmung gegen Licht am Tag zu machen, was ich für überaus sinnvoll halte, mal wieder für die Grundregeln des Autofahrens Werbung machen!
Die Krönung war einmal, als an der Kreuzung Senckenberganlage - Hamburger Allee - Theodor Heuss Allee - Friedrich Ebert Anlage die Ampel aus war! Die Leute sind wirklich kreuz und quer gefahren! Es hat zwar extrem lang gedauert, bis es irgendwie vorangegangen ist, aber man arrangierte sich! Und das passiert natürlich immer genau dann, wenn man einmal mit dem Auto unterwegs ist!