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Aber ich habe es im Fernsehen gesehen!

Am Fall des Konfliktes um Karrikaturen in dänischen Tageszeitungen, die Darstellungen des Propheten Mohammed zeigten, und der Reaktionen in islamischen Ländern fiel mir mal wieder auf, wie sehr die Berichtserstattung dazu in der Lage ist, unsere Meinung zu beeinflussen.

Man sieht Bilder von offensichtlichen Muslimen (Bärte, auch mal Tücher um den Kopf, um einige durch primäre Erkennungsmerkmale geprägte Klischees zu nennen), die auf dänischen Flaggen herumtrampeln, diese anzünden oder an Mofas angeknotet herumschleifen und Plakate halten. Und immer mal wieder fällt einem auf, dass einer der gefilmten kurz in die Kamera schaut, sich vergewissert, dass man auch gefilmt wird.

Ich würde mal behaupten, dass solche Szenen durch Kamerateams erst provoziert werden. Ich will nicht behaupten, dass Passanten aufgefordert werden, eine Demonstration zu inszenieren, aber sobald eine Kamera da ist, verhalten sich die abgefilmten ganz anders, als sie es ohne Kamera getan hätten. Und das sind dann die Bilder, die weltweit Verbreitung finden und die Meinung zu Hause über “die Moslems” bilden.

Wollen wir wetten, dass nicht alle so sind? Dass es auch dort Menschen gibt, die gegen Terrorismus sind, Moslems und trotzdem weltoffen sind, dass alles nicht unbedingt so ist, wie es uns andere weissmachen wollen?

Nicht immer alles glauben, was man im Fernsehen sieht.

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3 Kommentare ↓

#1 Zarwinul schrieb am 2006-02-06 um 16:23 Uhr:

Ich sehe da keinen Widerspruch: 1. einige Moslems ticken aus und wollen “Tod Dänemark” und “Tod Frankreich” und “Tod Takkatukkaland”.
2. Viele wollen damit nix zu tun haben und bleiben friedlich.
Ich glaube aber nicht, dass da TV-Teams hingeschickt werden, DAMIT die Moslems Rabbatz machen, sondern WEIL sie Rabbatz machen. Ob die sich dann auch vergewissern, dass sie gut im Bild sind, wenn der TV-Journalist seine Kamera schultert - logisch. Anders als über Rabbatz auf der Straße können sie sich ja nicht öffentlich machen - bei der unfreien Presse in den meisten arabischen Ländern.

#2 dj_deity schrieb am 2006-02-06 um 22:25 Uhr:

wahrscheinlich ists sogar so, dass die kamerateams brennende flaggen auf den boden werfen. und die leute die zufällit rumstehen etwas schreien was wir nicht verstehen (übersetzt: “feuer feuer”). und dann versuchen sie das feuer auszumachen in ihrer panik ; )

#3 Christoph Rummel schrieb am 2006-02-10 um 00:05 Uhr:

Nein, ich denke nicht, dass diese Szenen gestellt sind, aber die Anwesenheit von Kameras prvoziert die Protestierenden sich ganz anders, viel offensiver, zu verhalten, als sie es sonst tun würden. Denn ohne die Kamera gäbe es wesentlich weniger Publikum, das den Protest hören könnte.

Und leider ist es ja immer so, dass nur die lauten Leute auffallen. Die, die leise und still im Kämmerlein protestieren, die hört und sieht man nicht. Insofern kann eine solche Berichterstattung nur einseitig sein.

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